Gussverfahren der verlorenen Form

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Am Anfang steht das Original, wie es im Museum in der Vitrine oder als Kalkschale am Strand liegt. Davon wird eine Silikonform erstellt. Dies ist im Einzelfall ein sehr komplizierter und kniffliger Prozess.
 
Die Silikonform wird mit Wachs ausgespritzt. man erhält ein 1:1 Modell des Originals in Wachs.
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Das Wachsmodell wird in eine flüssige, gipsartige Masse eingebettet, die dann erhärtet. Die Einbettmasse wird über Nacht gebrannt. Das Wachs verbrennt und hinterläßt eine Negativform.
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In die noch heiße Form wird das 1000 °C heiße Edelmetall gegossen. Dabei ist viel Erfahrung für die genaue Abstimmung der Temperaturen notwendig. Nach dem Guss wird während des Erkaltens die äußere Form zerstört, um an das Gussprodukt zu gelangen. Deshalb: "Verfahren der verlorenen Form"!
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Danach beginnt wieder ein sehr aufwändiger Teil der Arbeit; das Entfernen der Oxidreste von der Oberfläche durch Beizen und Schleifen, das Entfernen der Eingüsse und Versäubern des Einzelstücks. Am Ende erhält man nach einer Oberflächenbehandlung wie Polieren, Vergolden oder Patinieren das Stück, das sich vom Original auf den ersten Blick nicht unterscheiden läßt. Beim Seeschmuck hat man allerdings nun ein Metallobjekt und keine Kalkschale mehr.

Der Herstellungsprozess ist hier sehr vereinfacht dargestellt, zeigt aber bereits in dieser Form, wieviele Schritte notwendig sind, um Replikate oder naturgetreue Abgüsse herzustellen.

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